60 Jahre ACF wurde auf dem Flugplatz Seckendorf gefeiert
Fliegen, der uralte Wunschtraum der Menschheit. Im Jahre 1950 verwirklichten ihn 31 flugbegeisterte Pioniere aus Fürth und Umgebung, gründeten den Aero Club Fürth und trugen mit den nachfolgenden Generationen zur Entwicklung des Vereins auf dem heutigen Niveau bei: Im Laufe der sechs Jahrzehnte wurde der Flugzeugpark nach und nach modernisiert, überwiegend durch Eigenleistung der Mitglieder die erforderliche Infrastruktur geschaffen und nicht zuletzt der Segelflug-Leistungssport vorangetrieben.
Im vergangenen Jahr sicherte sich der ACF auf Anhieb den Titel in der Segelflug-Landesliga Bayern und kämpft derzeit um einen der sieben Aufstiegsplätze in die 2. Bundesliga.
60 Jahre Aero Club Fürth war heuer ein besonderer Anlass für das traditionelle Fliegerfest in Seckendorf. Und so freute sich der Verein ganz besonders über die rekordverdächtige Gästeschar, die sich am Sonntag bei „Kaiserwetter“ auf dem Fluggelände einfand, um das Jubiläum mit den Segelfliegern zu feiern. Die Vorstandschaft durfte auch zahlreiche politische Prominenz begrüßen, allen voran Staatssekretär Christian Schmidt, Landrat Matthias Dießl und den Fürther OB Dr. Thomas Jung.
Viele Attraktionen
Die Hauptattraktion des Festes war einmal mehr der Doppeldecker „Miss Sophie“, die „Tiger Moth“ der Laufer Fliegerfreunde. Der Oldtimer aus dem Jahre 1939 spannte als einziges Flugzeug den Bogen zwischen damals und heute. Aber auch die beiden Tragschrauber (Gyrocopter) fanden großen Zuspruch. Daneben waren der vereinseigene Doppelsitzer „Acro Twin“ sowie der Motorsegler und drei gecharterte viersitzige Motorflugzeuge am Sonntag nahezu pausenlos im Einsatz. Das fliegerische Geschehen wurde an beiden Tagen durch die Kunstflugvorführungen des 2. Vorstands Lukas Flor mit seinem Segelflugzeug „Salto“ bereichert.
Am Samstag Abend sorgte die Laufer Fliegerband „Schleppschlampen“ mit ihrem umfangreichen Repertoire und vielen Oldies für begeisterte Stimmung im Hangar. Pfarrer Stieglitz aus Seukendorf knüpfte in seiner Predigt am Sonntag Morgen im Flugzeughangar die Verbindung zu den Gastgebern mit dem Psalm 139,9-10: „Nähme ich Flügel der Morgenröte und bliebe am äußersten Meer, so würde auch dort deine Hand mich führen und deine rechte mich halten“. Musikalisch umrahmt wurde der Gottesdienst wie bereits in den vergangenen Jahren vom Posaunenchor Seukendorf.
Flugsimulator und Hüpfburg
Auch die Info-Ecke und der Flugsimulator übten erneut eine starke Anziehungskraft auf die Gäste aus. Die Rollenbahn, Hüpfburg und Bastelecke stießen wie immer auf große Begeisterung beim jüngeren Publikum. Oliver Grunwald, 1. Vorsitzender des ACF, zog nach dem Ende der Veranstaltung ein positives Fazit. Sein besonderer Dank galt einmal mehr allen ehrenamtlichen Helfern – den Sanitätern und der Feuerwehr, die während des gesamten Wochenendes vor Ort in Einsatzbereitschaft standen – und den vielen Freiwilligen von außerhalb des Vereins, ohne die ein solches Fest – wieder einmal - nicht zu stemmen gewesen wäre.
Jetzt steht wieder der Leistungssport im Vordergrund. In der Segelflug-Landesliga, die noch bis Ende August ausgetragen wird, heißt das erklärte Ziel, den aktuellen zweiten Platz zumindest zu verteidigen. Ob die Titelverteidigung nach der „Nullrunde“ wegen des Fliegerfestes noch in Reichweite ist, werden die nächsten Wochenenden zeigen.
Quelle: Landkreismagazin 15.2010

